BOKU-Studie: Österreicher wollen Ernährungswende


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So schlimm die Corona-Katastrophe auch ist, sie hat jedenfalls genau so Schlimmes offen gelegt. Was sich nun im deutschen Fleischimperium Tönnies alles offenbart, von schlechten Arbeitsbedingungen bis hin zur Sklavenarbeit und Unterbringung in menschenunwürdigen Unterkünften schreit zum Himmel. Und alles dafür, um Schleuderpreise zu erzielen, wo nicht zuletzt auch die Handelsriesen mitspielen. Aber ist es in Österreich anders? Die Studie zeigt ganz klar: das Bewusstsein bei Konsumentinnen und Konsumenten der Wunsch nach einer umfassenden Ernährungswende sind groß“, sagt Hannah-Heidi Schindler, Expertin für nachhaltige Ernährung beim WWF Österreich. Und: - Nach wie vor werden in Österreich Fleischprodukte zu Schleuderpreisen verkauft - teilweise sogar mit Nachlässen bis zu 60 Prozent - immer noch keine flächendeckende Herkunftskennzeichnung auf allen Fleischprodukten - Der Preiskampf im Handel zerstört die Wertigkeit von Fleisch und erhöht den Druck auf Umwelt und Landwirtschaft

Vor allem tierische Produkte brauchen extrem viele Ressourcen und haben oft lange Transportwege hinter sich – wie zum Beispiel beim Anbau und Import von Soja als Futtermittel in Brasilien. „Landen diese Lebensmittel dann auch noch im Müll, verlieren wir Unmengen von Ressourcen – für nichts. Es braucht daher auch von der Bundesregierung eine klare Strategie und einen Maßnahmenplan gegen unnötige Lebensmittelverschwendung“, appelliert Hannah-Heidi Schindler. In Deutschland beginnt die Politik erst jetzt aufgrund von Corona zu reagieren, vielleicht geht es im kleinen Österreich auch mal los.

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