110 Jahre Piaty: Gefeiert wird virtuell mit dem Stadtdichter


© Piaty // Fred Eichleter beim ehrwürdigen Handwerk des Dichtens

Stadtdichter Fred Eichleter ist nicht nur Haus - und Hofschreiber für den Kulturkreis Freisingerberg, sondern bringt auch sonst durch seine pointierten Reime kulturelles Leben nach Waidhofen wie sonst kein zweiter. Verdiente Ehren blieben aber bisher von offiziellen Stellen aus. Mag seine, deswegen, weil er wohl einige wohlgesetzte Kratzer in die hochpolierten Bürgermeisterseelen nicht lassen konnte.

Jetzt hat er sich in der Konditorei Piaty in die Ybbstaler Bergbauernstube von 1614 zurückgezogen und schrieb zu Ehren der Piaty Dynastie folgendes Laudatiogedicht:


Dem Karl sein Vati war auch ein Piaty und zwar war grad er ein besonderer Herr!

Ging er groß und gerad durch unsere Stadt weht ein Hauch Nostalgie durch die Stadtszenerie!


Er war weit im Land als Sammler bekannt, sein Eis machte froh, sein Brot sowieso!

Seine Fotos sind heut‘ Dokumente der Zeit und er zeigte uns klar in den Filmen was war!

Die alte Bauernstub‘ ist, gerettet vom Mist grad recht mit viel Glück! ….Ein besonderes Stück!


Sie gibt so viel preis,.. ..von Tränen und Schweiß von Lachen und Leid, von Kummer und Freud‘.

Fast hört man den Knecht, spürt eiskalte Nächt‘, den Wind um das Haus und das Nagen der Maus!

Fühlt ein Leben so karg., hört das Beten am Sarg, ahnt das Feuer, so rot, schmeckt gebackenes Brot!


In der Wiag’ n in der Stub‘ weint ein rotziger Bub und die Großmuatta bet‘, dass er g‘sund werden tät, weil des wär‘ doch der Zweck von dem Herrgott im Eck!


Jahrzehnte vergingen, Jahrhunderte kamen, vergessen sind Menschen samt ihren Namen, nur die Stube in ihrer einfachen Pracht haben Piatys für die Nachwelt bewacht!

Und auch an so mancherlei Gegenständen gebraucht und geschliffen von nervigen Händen, die wir in der Bauernsammlung seh‘n lässt sich der Alltag am Lande versteh‘n!


Zur Eröffnung ein Bischof, es kam auch Herr Figl, und Waidhofen erfuhr es mit Brief und mit Siegel, dass Piaty einst durch sein Sammeln und Streben uns Einblick gewährt in verschwundenes Leben!


Heut‘ hätte der Held seinen Namenstag! Ein Tag, den man jedes Jahr feiern mag, im Gedenken an einen, der schon damals wusste, dass Altes und Schönes bewahrt werden musste!


Ich selber bin stolz, hab‘ ihn noch gekannt! Aber kaum einer hatte es damals geahnt, welche Schätze er einst für unsere Stadt über die Zeiten gerettet hat!

Und so soll es bleiben, denn die Enkel, der Sohn, kümmern sich lange Jahre schon, um all‘ die Dinge , die Herr Piaty einst holte und dass alles so bleibt, wie der Opa es wollte!



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