Sicher vernetzt: ELGA startet mit 10. Jänner in den NÖ Kliniken

Im Rahmen einer Pressekonferenz verkündeten heute Spitals-Landesrat Mag. Karl Wilfing, Patientenanwalt Dr. Gerald Bachinger und Mag. Jan Pazourek den Start von ELGA in Niederösterreich.


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Foto: Landeskliniken

„Am 10. Jänner 2017 startet ELGA in den NÖ Landes- und Universitätskliniken und bringt damit wesentliche Vorteile für die Patientinnen und Patienten. ELGA ermöglicht Patienten, berechtigten Ärzten, Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Apotheken einen ortsunabhängigen, sicheren Zugriff auf Gesundheitsinformationen und steigert damit die Qualität der Behandlung. Die ersten über ELGA verfügbaren Daten sind Entlassungsbriefe der Krankenhäuser, Laborbefunde und Radiologiebefunde. Dabei bringt ELGA sowohl für die Patientinnen und Patienten als auch für das Gesundheitssystem große Vorteile. Teure Doppelbefunde können künftig vermieden werden und die Patienten müssen nicht immer alle Befunde mit sich herumtragen, wenn sie zu Arzt- oder Kontrollterminen gehen“, erklärt Landesrat Mag. Karl Wilfing.

 

Was ist ELGA?

ELGA ist ein für Patientinnen und Patienten kostenfreies, elektronisches Informationssystem, welches Daten zum Gesundheitszustand des Patienten enthält. Diese können jederzeit und von überall aus vom Patienten selbst beziehungsweise von den ELGA-Gesundheitsdienstanbietern (Ärzten, Krankenhäusern usw.) abgerufen werden. Letztere jedoch nur, wenn sich der Patient derzeit in ihrer Betreuung befindet und dies auch nachgewiesen werden kann. Auf Grund der Nähe zu den Arbeitgebern haben zudem Ärztinnen und Ärzte, die für Behörden oder Versicherungen arbeiten, keinen Zugriff auf die gespeicherte Akte. 

 

Datenschutz ist wichtigstes Element

Dem Datenschutz aller teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger wird höchste Priorität eingeräumt und ist sehr umfangreich sichergestellt. Datenschutzrechtliche Bestimmungen und bestehende Regelungen wie etwa die Patientencharta gelten uneingeschränkt weiter. Außerdem wird jeder Zugriff protokolliert, wodurch eine lückenlose Nachvollziehbarkeit der Verwendungsvorgänge in ELGA ermöglich wird. Die Rechte der Patientinnen und Patienten und die Grundsätze der Datensicherheit sind umfassend gewährleistet.

Bei einem ambulanten und stationären Aufenthalt haben Sie das Recht, der Übermittlung Ihrer ELGA-Gesundheitsdaten an ELGA zu widersprechen. Bei diesem so genannten situativen Opt-Out werden für die aktuelle Behandlung keine ELGA-Gesundheitsdaten in ELGA verfügbar gemacht. Ein nachträgliches Registrieren von ELGA-Gesundheitsdaten im Falle eines Widerrufs des vom Patienten ausgesprochenen situativen Opt-Outs ist nicht möglich.

 

Auch Patientenanwalt Dr. Gerald Bachinger hat sich für ELGA stark gemacht und die Frage des Nutzens in den Mittelpunkt gestellt: „Die Patientinnen und Patienten wollen eine optimale Behandlung, und dafür ist es gut, wenn Ärztinnen und Ärzte wissen, was schon geschehen ist, weil sie in frühere Befunde oder Arztbriefe schauen können. Man braucht ärztliche Fachqualität und raschen Infoaustausch über die verschiedenen Schnittstellen. Für alle Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher, die keinen Computerzugang haben oder Hilfe in Fragen zu ELGA benötigen, steht die ELGA-Ombudsstelle in der NÖ Patienten- und Pflegeanwaltschaft im Regierungsviertel in St. Pölten zur Verfügung.“

„ELGA ist ein wichtiger Baustein in der Gesundheitsversorgung der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher und das größte Gesundheitsprojekt der vergangenen Jahre, das gemeinsam vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, aller Bundesländer und der Sozialversicherung umgesetzt wird. Die Zusammenarbeit mit dem Land Niederösterreich funktioniert ausgezeichnet“, sagte der Generaldirektor der NÖGKK, Mag. Jan Pazourek. „Die elektronische Gesundheitsakte unterstützt die Ärztinnen und Ärzte bei der Behandlung ihrer Patientinnen und Patienten und schafft wichtige grundlegende Strukturen für unser Gesundheitssystem im digitalen Zeitalter. ELGA hilft allen Betroffenen, sich über ihren Gesundheitszustand umfassend zu informieren und sichert ihnen eine individuelle Beratung in der Apotheke zu. Der Einsatz von ELGA gewährleistet den Schutz der Gesundheitsdaten, bringt für alle Beteiligten Sicherheit und verschafft ihnen im Zuge des schnellen und ausführlichen Zugangs zu Gesundheitsinfos wichtige Zeit – Zeit für eine schnelle Behandlung im Akutfall genauso wie für ein detailliertes Gespräch in der Ordination oder dem Ambulanzzimmer“, erklärte Pazourek.

  

Die Vorteile von ELGA:

Durch den schnellen und sicheren Zugriff auf Daten werden Patientinnen und Patienten verantwortungsvoller im eigenen Umgang mit ihrer Gesundheit. 

Die einzelnen Behandlungen können qualitativ verbessert werden.

Durch die Vorinformationen, welche die ELGA liefert, erhalten Ärztinnen und Ärzte zügig jegliche Befunde und können die weitere Betreuung nicht nur patientengerecht, sondern auch auf Fakten basierend fortführen.

Zudem steigert sich dadurch die Sicherheit der Patientinnen und Patienten während der Behandlungen. 

Mithilfe von ELGA haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, mehrfache Untersuchungen, damit einhergehend lange Wartezeiten und Belastungen, sowie Ärzte Fehler bei der Behandlung, zu vermeiden.

Ein weiterer Vorteil besteht in der zügigeren und verbesserten Zusammenarbeit von Ärzten und weiteren Institutionen, welche für die Betreuung eines Patienten verantwortlich sind. 

 


16.12.2016 21:13:59

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