Todessehnsucht auf dem Sonntagberg

„…und dann sterben“ hieß das Motto am Sonntagberg von drei jungen Frauen beim Orgelmittagskonzert. Aber Caroline Atschreiter, Andrea Seemayer und Marion Wallner waren zum Abdanken noch nicht bereit


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das Motto wurde wahr:  „… und dann sterben“, so war schön war es bei Caroline Atschreiter, die technisch perfekt und musikalisch überzeugend die Orgel spielte, der wohlklingenden Mezzosopranistin Andrea Seemayer und der akrobatisch spielenden Marion Wallner an der Blockflöte. Musik der Todessehnsucht, des Abschieds vom Leben, aber nicht Tristesse erfüllte den Raum, sondern kraftvolle Energie von drei sensiblen und starken Frauen.

An der Orgel interpretierte Caroline Atschreiter Coral und Partita  „Ach wie nichtig, ach wie flüchtig“ von G. Böhm, ein Werk, in welchem die Organistin die Farbigkeit der Orgelregister der Barockorgel zum Klingen bringen konnte. Weiters  war auf der Orgel zu hören J.P. Sweelinck „Mein junges Leben hat ein End“, dessen Variationen dunkel beginnen und dann doch hoffnungsfroh, hell und flott einen  Höhepunkt erklimmen und dann wieder im Dunkel der Register verebben. Als Schlussstück wählte Atschreiter ein starkes Werk von J. Pachelbel „Christus der ist mein Leben“, bei dem wiederum die verblüffende Farbigkeit  der Christoph-Orgel zu bewundern war. Die bemerkenswerten Variationen stimmten dann am Schluss zur hoffnungsfrohen, effektvollen und mit voller Orgelpracht dargestellten Lebensbejahung.

Zwischen den Orgelstücken sang die Mezzosopranistin Andrea Seemayer mit dezenter Stimme, zurückhaltend eine Arie aus einer Oper von J. H. von Wilderer, sowie das Lamento der Dido aus der Oper „Dido und Äneas“ von H. Purcell. Letztere Arie zeigte die volltönende Stimme der Sängerin, die souverän die Verzierungen und die Läufe darstellte. Die ganze Todessehnsucht der Dido schwang da in der Schönheit der Darstellung Purcellscher Musik mit. In der kurzen Arie „Ach wie schnell bist du entwichen“ von R. Kaiser und G. K. Schürmann kamen dann  Orgel, Blockflöte und Gesang zu Wort und musizierten  mit wunderschöner Melodieführung, rhythmischer Gangart das Entweichen des Lebens Aufenthalt. Beeindruckend!

Zu erwähnen ist noch die in Linienführung, wunderbarer Tongebung gespielte “Pavane Lachrimae“ von J. von Eyck durch die perfekte  Blockflötistin Marion Wallner. Der bezaubernde Flötenton schwebte durch den Raum der Basilika, zart und doch raumfüllend.

Es war ein abwechslungsreiches und buntes Konzert mit künstlerischem Feinschliff und überzeugender Kraft.
Das zahlreiche Publikum erklatschte die Zugabe, bei der alle drei Künstlerinnen mitmusizierten, „Bist du bei mir“ von J.S. Bach.

24.07.2017 14:03:55



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